Aktive Sonnenenergienutzung
Direkte Strom- bzw. Wärmegewinnung durch die Kraft
der Sonne mittels Sonnenkollektoren
bzw. photovoltaischen Zellen.
Ausrichtung
Begriff aus der Solararchitektur, der sich auf die Lage
eines Gebäudes in Bezug auf den Sonnenverlauf, aber
auch auf die Anordnung der Zimmer innerhalb des Hauses bezieht.
Grundregel ist natürlich, Gebäude nach Süden
zu orientieren also "kollektorhaft" zur Sonne hin,
nach Norden hingegen kompakt und isolierend. Wegen der sommerlichen
Überhitzung kommt man allerdings von der genauen Südorientierung
immer mehr ab, hin zu einer leichten Abweichung nach Südwest
oder Südost. Im Inneren orientiert man sich nach dem
Wärmebedarf Wohn- und Baderäume brauchen
viel (Süden), Küchen und Schlafräume wenig
(Osten, Westen), Lagerräume gar keine Wärme (Norden).
NACH OBEN ^
Azimutwinkel
Für die solare "Ernte" einer Kollektorfläche
spielen neben dem Einfallswinkel der Sonne (in Abhängigkeit
vom Breitengrad) der Neigungswinkel der Anlage sowie der
Azimutwinkel eine Rolle. Optimal sind ein Neigungswinkel
von 30 ° und ein Azimutwinkel von 0 °, gibt letzterer
doch den Grad der Abweichung von der genauen Südausrichtung
an. Kleinere Abweichung nach Südost oder west
verringern jedoch die Ernte relativ geringfügig; bei
Großanlagen kann die Nachführung rentabel sein,
d.h. die gesamte Kollektorfläche wird mit dem Sonnenverlauf
mitbewegt. NACH OBEN ^
Bauökologie
Überbegriff für biologisches, umweltgerechtes
Bauen. Berücksichtigt werden baubiologische Faktoren
(Materialauswahl), Umweltverträglichkeit (das Gebäude
wird in Übereinstimmung mit der Außenwelt errichtet
Energieverbrauch, Entsorgung von Baumaterialien,
Gleichgewicht mit Flora und Fauna) sowie darüber hinaus
die Gesamtheit aller Wechselwirkungen in einem auch theoretisch-ideologischen
Sinn. NACH OBEN ^
Baubiologie
Jener Teil der Bauökologie, der sich im engeren Sinn
mit der Schaffung eines für den Menschen optimalen,
d.h. möglichst natürlichen und giftfreien Umfelds
befasst. Neben den Baustoffen (Herstellung, Materialen,
Strahlung, Schadstoffe ...) sind daher auch Faktoren wie
Geruch, Form und Farbe sowie das entstehende Raumklima (Temperatur,
Luftbeschaffenheit, Feuchtigkeit) von Bedeutung. NACH
OBEN ^
Bauphysik
Bildet die physikalischen Grundlagen der Bautechnik. Insbesondere
befasst sich die Bauphysik mit dem Verhalten von Baustoffen
und konstruktionen in Bezug auf die Durchlässigkeit
von Wärme, Luft,
Feuchtigkeit und Schall.
NACH OBEN ^
Blower-Door-Test
Der Blower-Door-Test ist ein Winddichtigkeitstest
bei Wohngebäuden. Bei geschlossenen Fenstern und Außentüren
wird mit einem Ventilator bei konstantem Unterdruck (50
Pascal) Raumluft aus dem Haus geblasen. Diese entweichende
Raumluftmenge wird gemessen - sie entspricht der Außenluftmenge,
die über Lecks in der Gebäudehülle ins Innere
des Hauses nachströmt. Ermittelt wird die sogenannte
Luftwechselzahl n50. Entsprechende Bauvorschriften besagen:
Die Luftwechselzahl bei Gebäuden ohne Lüftungsanlagen
darf den Kennwert 3 und bei Gebäuden mit Lüftungsanlagen
den Kennwert 1,5 nicht überschreiten, andernfalls gilt
das Gebäude als undicht (zuviel Konvektionswärmeverlust).
Möglich sind durchaus Kennzahlen um 0,3. Entscheidend
ist die rechtzeitige Anwendung des Messverfahrens - nicht
um die Ursache für einen Bauschaden zu eruieren, sondern
um einen solchen erst gar nicht entstehen zu lassen. NACH
OBEN ^
CAD
Abkürzung für Computer Aided Design, also computerunterstütztes
Gestalten. CAD ist aus komplexen, kreativ-planenden Prozessen
schon lange nicht mehr wegzudenken. Insbesondere steigert
es die Flexibilität (Korrekturmöglichkeiten) und,
z.B. durch 3-D-Darstellungen, auch die Anschaulichkeit.
NACH OBEN ^
Dachbegrünung
Eine einfache Form der Dachgestaltung durch Pflanzen; zumeist
wird darunter lediglich ein Rasen auf dem (Flach)-Dach verstanden,
wie er etwa in Oberösterreich seit vielen Jahren für
Neubauten vorgeschrieben ist. Viele Vorteile Staubbindung,
Klimaregulierung, zusätzlicher Dämmschutz
sind jedoch bereits bei der Dachbegrünung gegeben;
ein Erholungsraum ist sie aber nicht. NACH
OBEN ^
Dachgärten
Der Garten auf dem Hausdach ist tatsächlich machbar
bis hin zur Baumbepflanzung. Je nach Aufwand des
Vorhabens sind für die steigenden Erdschichtstärken
allerdings zunehmend die Statiker (bzw. Dachgartenexperten)
heranzuziehen, da die zusätzliche Gewichtsbelastung
enorme Ausmaße annehmen kann. Schon kleine, vergleichsweise
unaufwändige Dachgärten zeigen jedoch bereits
große Wirkung als Erholungsraum für die
Bewohner, als Nutzgarten, als Klimaregulator im städtischen
Wüstenklima, als Staubbinder, als Entlastung der Kanalisation
(Regenwasser-Nutzung), als bedeutende Zusatzdämmung.
NACH OBEN ^
Dämmstoffe
Baubiologische Dämmstoffe Zellulose, Stroh,
Flachs, Hanf, Kokos, Wolle sind zum Hoffnungsträger
für die gesamte Umweltbewegung geworden: Sie haben
einen Anteil von 10 % am Dämmstoffmarkt erobert und
liegen damit Lichtjahre vor sämtlichen anderen Bio-Produkten
(selbst Milch kommt z.B. über 3 % nicht hinaus). Der
Grund dafür ist einfach: Gesünder (Stichwort Feuchteausgleich,
Raumklima) waren die Produkte schon immer, mittlerweile
sind sie auch in puncto Anwenderfreundlichkeit und Preis
vollkommen konkurrenzfähig geworden. NACH
OBEN ^
Diffusion
Gerade in bauökologischen Kreisen wird gerne von "atmenden
Wänden" gesprochen ein begrifflicher Unsinn.
Wände atmen nicht und sollten schon gar nicht, wie
es der Ausdruck suggeriert, luftdurchlässig sein (siehe
Winddichtigkeit). Ein hingegen sehr erwünschter
Effekt von Baumaterialien ist die Feuchteausgleichsfähigkeit
oder Diffusion. Diffusionsoffen meint
dabei, dass ein Baustoff große Mengen an Feuchtigkeit
aus der Raumluft aufnehmen und bei entsprechender Lufttrockenheit
wieder abgeben kann Lehm ist z.B. ein dafür
besonders bekanntes Material, überhaupt alle baubiologisch
empfehlenswerten Dämm- und Baumaterialien. Ein solches
Verhalten fördert in hohem Maße ein angenehmes
Raumklima.
Diffusion existiert allerdings auch durch die Bauteile hindurch,
und zwar in der Regel vom diffusionsdichteren zum diffusionsoffeneren
(von innen nach außen). NACH OBEN ^
Drei-Liter-Haus
Der anschauliche Begriff Drei-Liter-Haus bezeichnet ein
Gebäude, das im Schnitt um die drei Liter Heizöl
pro Jahr und Quadratmeter für Heizzwecke benötigt
(ein Passivhaus wäre analog dazu
ein 1,5-Liter-Haus). In Energiekennzahlen ausgedrückt:
16-39 kWh/m2.a. Der Begriff ist in bauökologischen
Kreisen jedoch in Verruf geraten, weil damit gerne ein klassischer
Ökoschwindel kaschiert wird alle baubiologischen
Übel dieser Welt unter einem Dach, das recht gut isoliert
(wie übrigens auch jedes Plastiksackerl). An sich sagt
der Begriff über die Bauweise wenig aus. NACH
OBEN ^
Elektrobiologie
Beschreibt die Wechselwirkung von elektrischen und elektromagnetischen
Feldern mit dem menschlichen Organismus, im Unterschied
zur Radiästhesie aber nur im grobstofflichen (messbaren)
Bereich. Fließender Strom erzeugt elektromagnetische
Felder, viele elektrische Geräte (vom Radiowecker bis
zum Fernseher) elektrostatische Felder (Elektrosmog). Beeinträchtigungen
insbesondere der Schlafqualität können dadurch
ausgelöst werden. Werden ein paar Grundregeln beachtet,
können jedoch wenigstens die hausgemachten Störquellen
verhindert werden: eine stern- statt kreisförmige Anordnung
der elektrischen Leitungen vermindert wesentlich die Stärke
des elektromagnetischen Feldes. Netzfreischalter legen ganze
Stromkreise auf Knopfdruck komplett lahm und sorgen
derart für ein Leben im freien Feld. Der Einsatz abgeschirmter
Kabel, spezieller Steckdosen udgl. kann gleichfalls sinnvoll
sein. NACH OBEN ^
Energiekennzahl
Gibt den Energiebedarf eines Gebäudes pro Quadratmeter
und Jahr an (kWh/m2.a). Ist sie erst einmal berechnet (Online-Formular:
http://www.stadt-zuerich.ch/ugz/energie/einfo_z_ekz.htm),
können sehr einfach die Energiekosten ermittelt werden.
Aber Achtung! Als Grundlage für die Energiekennzahl
werden häufig standardisierte Klimadaten herangezogen
genauer fällt natürlich die Berechnung
für einen konkreten Standort aus. Zudem ist zu klären,
ob der Heizenergiebedarf oder der Endenergiebedarf eingesetzt
wurden. Lediglich in der Frage der Fläche besteht zumeist
Einigkeit die Bruttogeschoßfläche (Wohnnutzfläche
inkl. aller Wände samt Verputz) ist der maßgebliche
Wert.
Typische Energiekennzahlen sind:
Niedrigenergiehaus 40 79 kWh/m2.a,
Drei-Liter-Haus 16-39 kWh/m2.a,
Passivhaus max. 15 kWh/m2.a,
Nullenergiehaus 0 kWh/m2.a
(bzw. Energiegewinn bei einem Plusenergiehaus).
Zum Vergleich, bestehende Gebäude je nach Wärmedämmung:
80-300 kWh/m2.a 10 kWh/m2.a entsprechen 1 Liter Heizöl,
1 m3 Erdgas oder 2 kg Holzpellets. NACH OBEN
^
Erneuerbare Energien
Überbegriff für Energie aus Quellen, die nicht
endlich sind. Dazu gehören Wind- und Wasserkraft,
Solarenergie, Biogas, Biomasse, Geothermie, Holz (zumindest
in waldreichen Ländern wie Österreich). Gegensatz
fossile Energie, Atomenergie. NACH
OBEN ^
g-Wert
Achtung, Wort-Ungetüm: Solarer Gesamtenergiedurchlassgrad.
Immerhin, es lässt sich etwas darunter vorstellen
es geht um die Berechnung der solaren Energiegewinne mittels
lichtdurchlässiger Bauteile. Der g-Wert gibt den Anteil
an der Gesamtleistung (die auftreffende Sonnenenergie) an,
der nach innen gelangt und ist die Summe der Leistung aus
direkt durchdringender Strahlung sowie sekundärer Wärmeabgabe
der durch die Solarstrahlung erwärmten Fläche
nach innen. NACH OBEN ^
Geobiologie
Von Christian Dragan (Sol 5) begründete Disziplin,
die sich der Beschreibung der Erdbeschaffenheit in Wechselwirkung
mit den Menschen verschrieben hat. Sie schreibt der Erde
lebendige (Bildungs)-Kräfte zu, lässt aber auch
die Einflussnahme durch den Menschen nicht außer Acht.
Ihre Anwendung beruht auf einer spirituell verwurzelten,
aber pragmatisch verankerten Fühligkeit für feinstoffliche
Phänomene in Verbindung mit psychologischem Fingerspitzengefühl.
Der Begriff vermeidet den schlechten Ruf und die Enge der
Bezeichnung Radiästhesie wie auch die Verschwommenheit
der Bedeutung von Geomantie. NACH OBEN ^
Geomantie
Wörtlich aus dem Griechischen übersetzt (ge
Erde, manteia Vorausschau) bedeutet Geomantie soviel
wie "Erdbefragung" in einem orakelhaften Sinn. Gerne wird
das Wort aber auch als "Gespür für die Erde" verstanden,
und dies trifft eher den Sinn der Sache. Schließlich
geht es weniger um ein intellektuelles Erfragen, sondern
vielmehr um ein sensitiv-immaterielles Erfühlen lokaler
Gegebenheiten. Wieder andere definieren Geomantie als "heilige
Geografie" im Sinne eines perfekten Zusammenspiels von Astronomie,
Topografie und Lage sowie Ausrichtung von
(alten) Monumenten. Wie auch immer was im Kern bleibt
ist der Mensch im Bezug auf die Wahrnehmung seiner Umwelt,
sowohl in einem passiv-erfahrenden oder fragenden als auch
in einem aktiv-gestaltenden Sinn. Feng Shui oder Vastu sind
kulturell anders geprägte Formen derselben Grundidee
die Berücksichtigung einer energetischen (subtilen,
immateriellen, spirituellen) Dimension von Raum. NACH
OBEN ^
Graue Energie
Jene Energiemengen, die für Herstellung, Transport
und Entsorgung von Baumaterialien aufgewendet werden müssen.
Typischerweise ist die graue Energie im Falle synthetischer
Baustoffe extrem hoch, während baubiologische Materialien
in dieser Disziplin hervorragend punkten können. Die
Berechnung der grauen Energie dient auch dazu, eine tatsächliche
energetische Gewinn/Verlustrechnung von Baumaterialien über
den gesamten Lebenszyklus aufstellen zu können; d.h.,
Umweltkosten fließen in die Betrachtung mit ein. NACH
OBEN ^
Holz
Als Baustoff erfreut sich Holz seit einigen Jahren wieder
wachsender Beliebtheit. Holz strahlt Wärme und Leben
aus, Holz bewahrt sich auch viele technische Eigenschaften
jener alltäglichen Wunder, vor denen jeder Statiker
demütig das Haupt neigt: der Bäume. So ganz nebenbei
ist Holz auch noch günstig und umweltfreundlich. NACH
OBEN ^
Isolationsglas
Anderer Begriff für Wärmeschutzverglasung
NACH OBEN ^
Kompakte Bauweise
Das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen ist
entscheidend für den Energieverbrauch eines Hauses
(eine Kugel ist demnach die kompakteste Form überhaupt:
sie braucht am wenigsten Hülle für ein Maximum
an Inhalt). Der zweite Grund, der für eine kompakte
Bauweise spricht, ist die Geschlossenheit der Hülle
alles Auskragende, Hervorstehende (Balkone, Erker,
Gaupen, ...) verschlechtert das angesprochene Verhältnis
von Volumen zu Hüllfläche und ist überdies
eine Quelle für Wärmebrücken. NACH
OBEN ^
Konstruktiver Holzschutz
Einfach gesagt Holzschutz ohne Chemie, sondern durch
eine durchdachte Konstruktion. Wichtig für den Baustoff
Holz ist, dass er so wenig wie möglich mit Wasser in
Berührung kommt entsprechend dimensionierte
Dachüberhänge, v.a. an der Wetterseite, sind eine
bewährte Methode dafür. Besonders zu schützen
ist das Kernholz (etwa durch ein darüber angebrachtes
Blech). Ist Wasserkontakt unvermeidlich, so muss gewährleistet
sein, dass es vom Holz gut abrinnen kann; bei schindelartig
angebrachten Außenverschalungen erreicht man dies
z.B. durch eine waagrechte Unterkante der Schindeln. Außerdem
muss sichergestellt sein, dass das Holz gut abtrocknen kann
(Vermeidung von zu kleinen (Haar)-Fugen, Hinterlüftung
einer Außenverbretterung udgl.). NACH
OBEN ^
Lehm
Die Erde ein Haus buchstäblich nichts liegt
näher als das. Über 50 % der Häuser im Weinviertel,
um nur ein Beispiel zu nennen, sind aus Lehm gebaut. Langsam
spricht es sich herum Lehm ist keineswegs der Baustoff
für die Armen und Afrikaner, sondern ein extrem umweltfreundliches
und billiges Wunder an Formbarkeit und Raumklimatisierung.
NACH OBEN ^
Massivbau
Massiv im Sinne der Bautechnik ist festes Material ohne
Hohlräume: Vollziegel, Beton, Massivholz. Massivbau
ist das Bauen mit massiven Mauerbestandteilen, im Gegensatz
zur Ständer- oder Leichtbauweise. NACH
OBEN ^
Niedrigenergiehaus
Einst als ökologische Neuerung gefeiert, stellt das
Niedrigenergiehaus mittlerweile den Standard für Neubauten
dar. Mit Energiekennzahlen zwischen 40 und 70 kWh/m2.a liegen
seine Werte gerade noch unter jenen für herkömmliche
Gebäude. Der Begriff sagt für sich genommen nichts
über eine ökologische Bauweise aus. NACH
OBEN ^
Nullenergiehaus
Nullenergiehäuser, also Gebäude, die definitiv
keine Zusatzenergie für Heizzwecke benötigen (Energiekennzahl
0 kWh/m2.a), sind machbar, allerdings derzeit nicht in realistischer
Weise sprich, kaum jemand würde in einem typischen
Nullenergiehaus leben wollen; für Plusenergiehäuser,
die sogar noch Energiegewinne abgeben können, gilt
dies in verstärktem Maße. NACH
OBEN ^
Passive Sonnenenergienutzung
Dabei werden das Haus selbst oder Teile davon zum "Wärmesammler",
sprich Kollektor. Ein typisches Beispiel für passive
Solarenergienutzung ist der Wintergarten,
der, richtig angelegt, zum Wärmepuffer wird und eine
Energieersparnis bis zu 15 % bringt. Weitere Maßnahmen:
Wärmeschutzverglasung, Oberflächen
als Wärmespeicher, die Hauswand als
Heizung (Transparente Wärmedämmung).
NACH OBEN ^
Passivhaus
Passivhäuser, definiert mit einer Energiekennzahl
von max. 15 kWh/m2.a, folgen der fortgeschrittensten, dabei
aber nach technischen Gesichtspunkten überall machbaren
Bauweise. Die Erzeugung eines angenehmen Raumklimas erfolgt
über weite Teile des Jahres ohne separates Heizungs-
bzw. Kühlungssystem, das Haus wird ganz passiv
von selbst (von der Sonne) versorgt. Passivhäuser
sind, energietechnisch betrachtet, das ökologische
Nonplusultra; über die Verwendung baubiologischer Materialien
sagt der Begriff wenig aus. NACH OBEN ^
Photovoltaikanlagen
Die Photovoltaik ist die direkte Erzeugung von Strom aus
Sonnenlicht. Mittels Solarzellen, zu Solarpaneelen zusammengestellt,
entsteht auf elektrochemischem Weg Gleichstrom, der in einem
Akkumulator gespeichert wird; für die Netzeinspeisung
muss er durch einen Wechselrichter in spannungs- und phasengleichen
Wechelstrom umgewandelt werden. Photovoltaisch erzeugter
Strom ist, wie auch die Anlage selbst, nach wie vor teuer,
die immensen ökologischen Vorteile und die Möglichkeit
für Insellösungen wiegen den Preisnachteil jedoch
häufig auf. NACH OBEN ^
Radiästhesie
Die Lehre von den feinstofflichen Strahlungen bzw. deren
Wirkungen. Zu den Erzeugern radiästhetischer Strahlung
gehören Wasseradern, geologische Brüche,
Ley-Lines aber auch das Hartmann- bzw. das Curry-Netz. Der
Mensch nimmt solche Strahlungen auf einer feinstofflichen
Ebene wahr, sichtbar gemacht werden kann diese Empfindung
mit einem geeigneten Zeiger Wünschelrute, Drahtschlinge,
Lechnerrute udgl. Während im Grunde jeder in der Lage
ist, stärkere Strahlungswirkungen grob zu orten, braucht
es für genauere, aussagekräftigere Diagnosen (welcher
Art ist die Strahlung, wie stark ist sie, genaue Lokalisation)
fühliger veranlagte Menschen, die Radiästheten.
Über deren Qualifizierung sich allerdings trefflich
streiten lässt; holen Sie im häufigen Zweifelsfall
Meinungen über die Reputation des Wünschelrutengängers
ein. Die geobiologische Erfahrung zeigt überdies: 90
% der energetischen Störungen sind vom Menschen selbst
verursacht Strom- und Handymasten, Verkehr, Straßen,
Kanalisation, Kabel ... NACH OBEN ^
Schallschutz
Lärm (=störender Schall) ist zum Dauerthema geworden;
drei Viertel der Bevölkerung fühlen sich vom Verkehrslärm
gestört, Sport- und Freizeit- sowie Industrielärm
folgen. Im selben Maß ist die Bedeutung von Schallschutzmaßnahmen
gestiegen psychische Reaktionen auf Lärm treten
bereits ab 30 dB auf, vegetative (Erhöhung von Blutdruck
und Herzfrequenz) ab 65 dB. Die Schallschutzmaßnahmen
richten sich nach den Erfordernissen ein Zuviel an
Schallschutz kann gleichfalls zum Störfaktor werden,
durch ein entstehendes Isolationsgefühl bzw. die Überbetonung
der innen erzeugten Geräusche. So wird zum Schlafen
ein Schallpegel von 25-30 dB empfohlen; um dies zu erreichen,
genügt bei 60 dB (Dorf) ein Fenster-Schalldämmwert
von 33 dB. Liegt der Schallpegel bei 70 dB (Stadt), braucht
es einen Schalldämmwert von 47 dB, um den selben Innenwert
zu erreichen (10 dB weniger bedeuten ein halb so starkes
Geräuschempfinden). Schall wird nach dem Medium unterschieden,
über das er übertragen wird: Luftschall, Flüssigkeitsschall,
Körperschall. Wichtig insofern, als je nach Schallart
unterschiedliche Maßnahmen zu ergreifen sind: spezielle
Fenster, Zwischendecken, Schalldämmung an den Wänden
gegen Luftschall, Trittschalldämmung gegen den entsprechenden,
besonderen Fall von Körperschall. Schließlich
ist für das akustische Wohlbefinden in Innenräumen
auch die Schallabsorption entscheidend, also das Maß,
in dem Bauteile Schall aufnehmen, anstatt ihn zu reflektieren
("trockene" vs. "hallige" Räume). NACH
OBEN ^
Solararchitektur
Die Kunst, sich beim Bauen nach der Sonne zu richten: Mit
der gratis von außen zugeführten Sonnenenergie
soll der Energiebedarf eines Gebäudes weitgehend gedeckt
werden. Um dies zu erreichen, muss mit der Sonne gebaut
werden (Ausrichtung). Von Vorteil
ist auch eine kompakte Bauform (geringe Hüllfläche),
unerlässlich eine gute Wärmedämmung. Im weiteren
Sinn wird der Begriff Solararchitektur immer mehr zum Synonym
für Bauökologie in allen
Aspekten (ganzheitlich) naturgemäß zu denken
und zu handeln. Dies betrifft die Wahl der Materialien (Nachwachsende
Rohstoffe) wie auch die individuelle Planung im Sinne der
Bedürfnisse der Bewohner und die Ausführung (Details).
Es bedeutet aber auch, den Menschen an erster Stelle zu
berücksichtigen und nicht aus falsch verstandenem Öko-Fundamentalismus
auf notwendige Kompromisse zu verzichten ("form follows
function"). NACH OBEN ^
Solaranlagen
Sammelbegriff für thermische Solaranlagen (Sonnenkollektoren)
und Photovoltaikanlagen NACH
OBEN ^
Sonnenkollektoren
Jener Teil einer thermischen Solaranlage, der zum Synonym
für das Ganze geworden ist. Tatsächlich bezeichnet
Kollektor nur den Anlageteil, der mittels Absorber (Trägerflüssigkeit
vor dunklem Hintergrund) die Sonnenenergie in Form von Wärme
aufnimmt. Ohne einen vollautomatischen Regler sowie einer
Speichervorrichtung (meist Wasserspeicher, in denen das
unterschiedliche spezifische Gewicht von heißem und
kaltem Wasser zur schichtweisen Lagerung ausgenützt
wird) wäre jedoch die thermische Solaranlage nicht
funktionsfähig. Eine thermische Solaranlage kann den
Bedarf an konventioneller Heizenergie (Strom, Öl, Gas)
typischerweise um rund 50 % reduzieren und trägt damit
sehr wesentlich zur Entlastung von Ökosystem und Brieftasche
bei. NACH OBEN ^
Ständerbau (Holz-)
Eine Holzskelett-Konstruktion. Als tragende Elemente dienen
massive Holzbalken, die Zwischenräume werden mit Bauplatten
oder Mauerwerk ausgefacht. Die Hohlräume können
mit wärme- und/oder schalldämmendem Material aufgefüllt
werden (Strohballen, Zellulose ..). Im Unterschied zum Fachwerk
wird beim Ständerbau das Holz meist beidseitig verkleidet,
die Balkenabstände können größer sein.
Die Ständer reichen über mehrere Stockwerke. NACH
OBEN ^
Strahlungswärme
Die Wärme, die durch das Auftreffen von Wärmestrahlung
(Infrarot) auf einen Körper entsteht. Strahlungswärme,
erzeugt durch eine Vielzahl von Heizsystemen vom Kachelofen
über die Wandheizung bis zur Sockelleistenheizung,
wärmt schon bei relativ niedrigen Raumtemperaturen
und kann daher gut mittels erneuerbaren Energieträgern
produziert werden. Im Gegensatz zur Konvektionsheizung über
die Raumluft (Luftbewegungen, Staubbildung, vergleichsweise
hoher Energiebedarf) wird Strahlungswärme allgemein
als angenehm empfunden. NACH OBEN ^
Strohballenbau
Flexibel, anpassungsfähig, organisch, energieeffizient,
feuchte-ausgleichend, schallisolierend, wärmedämmend,
billig, lange haltbar, weltweit regional verfügbar
gibt es wirklich alles in einem, dem Strohballen.
Bauen mit Stroh hat lange Tradition, über die Stroh-Lehm-Gemische
als Verputz entwickelte sich mit dem Beginn des Strohpressens
der Gedanke, die Ballen als Ziegel einzusetzen. Heute steht
die Holzständerbauweise im
Vordergrund, wobei die Strohballen die Rolle der Wand sowie
der Dämmung zugleich übernehmen. In hervorragender
Weise eine halbmeterdicke Strohballenwand weist U-Werte
zwischen 0,11 und 0.14 kWh/m2.a auf. Dies entspricht den
Anforderungen für ein Passivhaus und ist um diesen
Preis mit keiner anderen Dämmung, ob baubiologisch
oder nicht, zu erreichen. NACH OBEN ^
Taupunkt
Wie viel Wasserdampf die Luft aufnehmen kann, hängt
von der Temperatur ab (vergleichen Sie das Lösungsverhalten
von Zucker in heißem bzw. kaltem Kaffee). Man spricht
deshalb von relativer Luftfeuchtigkeit. Der Taupunkt bezeichnet
jenen Moment, an dem die relative Luftfeuchtigkeit 100 %
erreicht (sprich sich Kondenswasser bildet): feuchte, warme
Luft gelangt durch die Diffusion durch die Bauteile nach
außen. Wenn es draußen kalt ist, steigt die
relative Luftfeuchtigkeit in dem Maße an, in dem die
Lufttemperatur sinkt erreicht sie 100 %, erreicht
sie den Taupunkt. Befindet sich der Taupunkt innerhalb der
Mauern, kann das zu groben Frostschäden durch gefrierendes
Wasser führen. NACH OBEN ^
Transparente Wärmedämmung
Beruht auf dem Eisbären-Trick: deren Fell ist transparent
und lässt die Solarstrahlung nahezu ungehindert auf
die (dunklere) Haut fallen, wo sie weitgehend absorbiert
(und nach innen weitergeleitet) wird. Die wenige Wärme,
die wieder zu entweichen droht, wird durch den isolierenden
Luftpolster zwischen den Haaren zurückgehalten. In
der Praxis meist in Wabenbauweise umgesetzt, die im Sommer
automatisch für Beschattung sorgt. NACH
OBEN ^
U-Wert / k-Wert
Gibt das Maß der Wärmedurchlässigkeit einer
Fläche in Watt/m2 an. Er ergibt sich aus dem Verhältnis
Energie durch (Fläche x Temperaturdifferenz x Zeit).
Je kleiner der U-Wert, desto besser isoliert ist eine Wand-
oder Fensterfläche. Bei Passivhäusern werden
typischerweise U-Werte um 0,1 W/m2 erzielt. NACH
OBEN ^
Wandheizung
Die so modern anmutende Wandheizung kann auf eine 2000-jährige,
erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Ihre Vorteile
liegen auf der Hand: Sie ist die ideale Strahlungs-Wärmequelle,
die schon bei geringer Raumlufttemperatur (18 Grad) behagliche
Wärme erzeugen kann bei äußerst kurzen
Aufheizzeiten. Sie kann wegen ihres geringen Energiebedarfs
kostengünstig und mit erneuerbaren Energien betrieben
werden. Sie funktioniert ebenso gut als Kühlung wie
als Heizung. Und last but not least mag es auch angenehm
sein, keinen Heizkörper in die Innenarchitektur des
trauten Heims einbinden zu müssen. Eine Angst, die
viele Konsumenten haben, ist indes unbegründet: Nägel
und Dübel können unbedenklich in die Wand eingebracht
werden. Die meisten Wandheizungen sind nicht höher
als 1,50 m, zusätzlich gibt es Geräte, die während
der Aufheizzeiten die Lage der Heizröhrchen genau anzeigen.
NACH OBEN ^
Wärmebrücken
Bauteile, die Wärme erheblich leichter entweichen
lassen als es dem durchschnittlichen Hauszustand entspricht.
Das Problem mit Wärmebrücken: Sie führen
nicht nur zu einem erhöhten Energieverbrauch, auch
Feuchtigkeit kann zum Problem werden (Tauwasser- oder Schimmelbildung).
Wärmebrücken sind alle auskragenden Bauteile wie
z.B. Balkone Balkon und Geschoßdecke müssen
thermisch getrennt sein. Deckenanschlüsse müssen
gut überdämmt werden, da sonst die Decke die Wärme
in die Mauer leitet; ähnliches gilt für die Mauersohle,
bei der ein Entweichen der Wärme nach unten gehemmt
werden sollte. Ecken und Winkel sind geometrisch bedingte
Wärmebrücken, denen nur durch kompakte Bauweise
beizukommen ist. Natürliche Wärmebrücken
sind auch die Fenster, bei denen einiges falsch gemacht
werden kann Fensterüberleger sind von außen
zu dämmen, Rollladenkästen sind sogar trotz Dämmung
Schwachstellen, falsch eingebaute Fensterbänke können
zu Wärmebrücken werden. NACH OBEN
^
Wärmespeicherfähigkeit
Oberflächen, die als Wärmespeicher fungieren
(schwere, dichte Materialien wie Lehm, Ton, Stein, Putze,
Fliesen) und im direkten Einstrahlungsbereich der Sonne
liegen, verstärken den Zeitverschiebungseffekt (Phaseneffekt):
Bei idealer Planung nehmen sie in der Zeit des Wärmeüberschusses
Energie auf und geben sie zeitverzögert als Strahlungswärme
wieder ab, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Wärmespeicher
zählen mithin zur passiven Solarenergienutzung.
NACH OBEN ^
Wärmepumpen
Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Luft, Wasser
oder Erdreich) Wärme, die dann zum Heizen und Warmwasserbereiten
genutzt werden kann. Die Wärme wird in einem geschlossenen
Kreislauf von einem Energieträgermedium transportiert.
Im Prinzip funktioniert die Wärmepumpe wie ein Kühlschrank,
der den Lebensmitteln im Inneren Wärme entzieht und
sie dann auf seiner Rückseite wieder an den Raum abgibt.
Mit modernen Wärmepumpenanlagen können die Emissionen
des Treibhausgases CO2 im Vergleich mit Gasheizungsanlagen
deutlich gesenkt werden, da die zum Betrieb der Anlagen
benötigte Energie wesentlich geringer ist als die von
ihnen bereitgestellte Energie. (Naturstrom AG, Lexikon erneuerbare
Energie). NACH OBEN ^
Wärmeschutzverglasung
Soll zwei Ziele verwirklichen: einen möglichst großen
Gesamtenergie-Durchlassgrad (g-Wert) bei einem gleichzeitig
möglichst geringen Wärmedurchgangs-Koeffizienten
(U-Wert). Anders gesagt: Es soll viel Energie hinein- und
wenig hinausgelangen. Bei der (aus Kosten- und Gewichtsgründen)
üblichen Zweischeiben-Isolierverglasung wurde dies
durch das Anbringen einer reflektierenden Wärmeschutzbeschichtung
(Innenseite des Außenglases, meist Silber) und durch
das Befüllen des luftdichten Zwischenraumes zwischen
den Scheiben mit Edelgasen (Argon, Krypton udgl., zur Verringerung
der Konvektion) erreicht. U-Werte einer Wärmeschutzverglasung
liegen bei 0,7 W/m2. NACH OBEN ^
Winddichtigkeit
Der dichteste Bauteil, der beste Wärmeschutz wird
nutzlos, wenn durch fehlerhafte Ausführung die Winddichtigkeit
der Gesamtkonstruktion nicht gegeben ist. Nicht nur steigt
der U-Wert (heißt steigende Energiekosten, sinkende
Lebensqualität durch Zug, evt. Fußkälte),
die undichten Stellen lösen auch eine Kettenreaktion
aus Kondenswasser bildet sich, Schimmel, Fäulnis,
Bauschäden sind die langfristige Konsequenz. Ein sicheres
Instrument zur Kontrolle der Winddichtigkeit ist der Blower-Door-Test.
NACH OBEN ^
Wintergarten
Ein richtig gebauter Wintergarten ist ein Wärmepuffer
(selbst wenn er nach Norden orientiert ist). Er heizt sich
schnell auf und kann Wärme an angrenzende Räume
abgeben. Ein Energiespareffekt bis zu 15 % - tritt
aber nur ein, wenn der Wintergarten nicht beheizt wird und
Wohnbereich und Wintergarten thermisch getrennt sind (durch
ein Wärme speicherndes Element). Offene Türen
oder ein mit dem Wohnraum ständig verbundener Wintergarten
führen zu einem erhöhten Energieverbrauch. Gegen
eine sommerliche Überhitzung ist ebenfalls Vorsorge
zu treffen (Querlüftung). NACH OBEN
^
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